Tag der Apotheke am 7. Juni

Foto: ABDAFoto: ABDA

Die öffentlichen Apotheken sind unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland. Individuelle Beratung, Nähe zum Patienten, Schnelligkeit, Effizienz und Sicherheit zeichnen das deutsche Apothekensystem aus. Wissenswertes rund um die Apotheke vor Ort gibt es unter www.einfach-unverzichtbar.de.

Die Apotheken haben den gesetzlichen Auftrag, die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dies betrifft jede einzelne Apotheke, aber auch die flächendeckende Verteilung aller Apotheken in ganz Deutschland. Neben der Versorgung mit Fertigarzneimitteln erfüllen Apotheken auch Gemeinwohlpflichten, wie z. B. den Nacht- und Notdienst oder die Anfertigung von Rezepturen.

Zur Geschichte der Apotheke

Heilkunde und Heilkundige gibt es schon sehr lange. Die älteste überlieferte Schrift zu Heilmitteln stammt von den Sumerern und wurde um 3.000 v. Chr. verfasst. Vor etwa 3.500 Jahren wurde der sogenannte Ebers-Papyrus erstellt, der rund 880 medizinische Rezepte und Heilmittel auflistet.

Die ersten Medikamente waren größtenteils Pflanzen und Heilkräuter, Arzneistoffe wurden jedoch auch aus tierischen und mineralischen Stoffen gewonnen. Auch Honig, Wein und Milch spielten eine große Rolle in der Medizin.

Die ersten Apotheken waren eine Art Arzneimittelzubereitungsstätte und den Hospitälern im Nahen Osten angegliedert. Insbesondere in Bagdad und Damaskus gab es ab etwa dem 9. Jahrhundert n. Chr. namhafte Gewürzhändler und Ärzte.

Die ersten Apotheken in Deutschland wurden von Kaufleuten, die mit Heilkräutern und Gewürzen Handel trieben, als eine Art Kolonialwarenladen betrieben. Darauf deutet auch der lateinisch-griechische Begriff "apotheca", mit dem ursprünglich ein Lagerraum für Waren unterschiedlichster Art gemeint war. Der Lagerverwalter wurde als "apothecarius" bezeichnet.

Mit dem "Edikt von Salerno" vom Stauferkaiser Friedrich II. aus dem Jahr 1241 beginnt die moderne Geschichte der Apotheke. Dieses Edikt fixierte die Trennung der Berufe Arzt und Apotheker, Ärzte durften keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein, die Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern.

Nach dem Vorbild der Medizinalordnung von 1241 entstanden in ganz Europa städtische Apothekenordnungen, in denen festgelegt wurde, dass Apotheken nur zum Verkauf von Arzneien gegründet werden dürfen.

Die moderne Apotheke

Während der weiteren Jahrhunderte wurde die Apotheke immer mehr zu dem, was inzwischen der gesetzliche Auftrag ist: Als Teil des Gesundheitssystems stellt die Apotheke die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicher. Zu den Hauptaufgaben des Apothekers und des übrigen Apothekenpersonals zählt, die Kunden zu beraten, sie über Nebenwirkungen aufzuklären und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufzudecken.

Auf dem Weg dorthin wandelten sich die Apotheken vom fliegenden Händler zum wohlhabenden Patrizier. Während im 13. Jahrhundert Pillen, Salben, Tränke und Heilkräuter zumeist auf Wochenmärkten feilgeboten werden, kommt es erst im Laufe des 14. Jahrhunderts zu Niederlassungen - insbesondere in den aufstrebenden Städten.

Immer mehr forschen Apotheker auch selbst an Arzneimitteln. So waren beispielsweise Johann Rudolph Glauber (1604-1668), der Erfinder des Glaubersalzes, und Andreas Siegmund Marggraf (1709-1782) berühmte Apotheker. Marggraf gelang es, aus der Zuckerrübe den Kristallzucker zu isolieren - und zwar frei von einem bitteren Nebengeschmack, den die Zuckerrübe beinhaltet.

Auch Johann Friedrich Böttger (1682-1719) gehört in die Reihe der bekannten Apotheker. Zudem gilt er als Erfinder des europäischen Hartporzellans und war Gründungsadministrator der berühmten Porzellanmanufaktur in Meißen.

Lange Zeit waren der Beruf des Apothekers sowie die Apotheke selbst als sogenanntes Apothekerprivileg vererb- und veräußerlich. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Betriebsrecht eingeführt, wonach jeder mit einer entsprechenden Ausbildung als Apotheker tätig werden kann.

Die Niederlassungsfreiheit, die es seit 1958 gibt, besagt, dass jeder Apotheker am Standort seiner Wahl eine Apotheke eröffnen kann, wenn er die für den Betrieb zulässigen Räume vorweist.

Das Apothekenpersonal

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass nur Apotheken Medikamente verkaufen dürfen, da diese Waren besonderer Art sind und oft Erklärung sowie Beratung in besonderem Ausmaß erfordern. Der Verkauf muss durch entsprechend geschultes pharmazeutisches Personal erfolgen.

Die rund 20.000 Apotheken (Stand: 2016) bieten jedoch weit mehr als die Abgabe von Arzneimitteln und die unabhängige Beratung zu Medikamenten. In der Apotheke können auch Blutdruck, Zucker sowie Cholesterin gemessen und kontrolliert oder die Reiseapotheke für den nächsten Urlaub zusammengestellt werden.

Vielfach werden auch individuelle Rezepturen hergestellt. 2013 waren es 14,1 Millionen solcher Pillen, Salben, Tees, die individuell z.B. für Krebspatienten oder Kinder erstellt wurden.

Die in der Apotheke tätigen Personen lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Während der Apotheker und die pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) dem pharmazeutischen Personal angehören, gehört der pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) dem nichtpharmazeutischen Personal an.

Die - zumeist weiblichen - PKA sind für Einkauf und Lagerung der Arzneimittel sowie das Rechnungswesen zuständig. Ebenfalls zu 98 Prozent weiblich ist der Anteil der PTA (Stand: 2014, Zahlen der ABDA). Die PTA unterstützt den Apotheker bei der Herstellung von Medikamenten, bei der Beratung und beim Verkauf.

Eine Apotheke darf nur von einem entsprechend ausgebildeten Apotheker geleitet werden. Er, bzw. besser sie, denn der Frauenanteil liegt bei Apothekern bei 71 Prozent, ist Spezialistin in allen Fragen rund um das Arzneimittel.

Die ApothekerInnen tragen die Verantwortung für die korrekte Abgabe und Beratung sowie die Herstellung und Prüfung der Medikamente in der Apotheke. Sie sind auch die Ansprechpartner für Ärzte, wenn es um Fragen aus dem Bereich Arzneimittel geht.

Da Medikamente nur im Beisein eines ausgebildeten Apothekers ausgegeben werden dürfen, sind die ApothekerInnen auch für den Apothekennotdienst zuständig. Nachts und an Wochenenden ist dieser Notdienst für die PatientInnen da.

Übrigens: Das rote Apotheken-A mit Äskulapschlange und Arzneikelch ist nur in Deutschland üblich. Es wird seit 1951 in der BRD verwendet - und ist beim Deutschen Patentamt als offizielles Verbandszeichen des deutschen Apothekerverbandes (DAV) eingetragen.