Wenn die Wespe sticht

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Wespen gehören zu den weniger beliebten Insekten. Viele Menschen halten die kleinen gelb-schwarz geringelten Hautflügler für aggressiv und stichwütig. Das sind sie allerdings nicht. Wespen stechen nur bei der Jagd und zur Abwehr – fühlen sie sich bedroht, bohren sie ihre Stechborsten in die Haut des Feindes. Dazu gehören auch Menschen, die den Insekten zu nahe kommen.

Um Stiche zu vermeiden, gibt es einige Verhaltensregeln, an die man sich halten sollte:

  • Nicht nach den Wespen schlagen oder sie anpusten, das macht sie aggressiv. Das im menschlichen Atem enthaltene Kohlendioxid löst bei Wespen eine Alarm- und Angriffsstimmung aus. Ruckartige Bewegungen hingegen werden als Angriff interpretiert. Es ist sinnvoller, sie mit einer Zeitung oder Zeitschrift sanft zur Seite zu schieben.
  • Speise- und Getränkereste sollten möglichst schnell vom Tisch abgeräumt werden. Sie locken Wespen an. Noch genutzte Gläser sollten abgedeckt werden. Vor dem Trinken sollte man sich vergewissern, dass keine Wespe im Getränk ist. Für Kinder bieten sich Strohhalme an.
  • Nicht barfuß im Gras laufen – man könnte versehentlich auf eine Wespe treten.
  • Eng anliegende Kleidung verhindert, dass sich Wespen verfangen können.
  • Auf stark duftende Cremes oder Parfüms verzichten. Darin können Stoffe enthalten sein, die den Angriffssignalen der Wespen ähneln.

Hilfe nach einem Stich

Wespenstiche sind meist sehr schmerzhaft, die körperliche Reaktion auf den Stich erfolgt sofort mit Schwellung, Rötung und später einsetzendem Juckreiz. Einen Stich sollte man möglichst umgehend kühlen. Dazu bieten sich Coolpads oder Eiswürfel an, die den Schmerz lindern.

Vorher gilt es noch, das Wespengift aus der Wunde herauszudrücken. Wenn vorhanden, kann man dazu einen speziellen Saugstempel aus der Apotheke nehmen. Das Gift sollte nicht ausgesaugt werden, da es sich ansonsten über die Schleimhäute verteilt.

Direkt nach einem Stich kann es auch sinnvoll sein, die betroffene Stelle mit heißem Wasser und einem Waschlappen unter leichtem Druck abzutupfen, um die Schwellung zu vermeiden. Auf ähnliche Art wirken spezielle Stichheiler, die die Stichstelle auf ca. 50 Grad Celsius erhitzen. So werden die Giftstoffe zerstört und die Schwellung wird nicht so groß.

Zu den klassischen Hausmitteln bei Wespenstichen zählt die Zwiebel. Diese wird aufgeschnitten und auf die Stichstelle gedrückt. Der Saft wirkt entzündungshemmend. Unterwegs können Spitzwegerichblätter aufgebracht werden. Diese wirken ähnlich wie Zwiebeln. Auch Basilikumblätter oder Petersilie haben einen juckreizstillenden Effekt.

Ein Gel mit einem Antihistaminikum kann die betroffene Hautpartie kühlen und den Juckreiz lindern. Auch niedrig dosierte Hydrocortisonpräparate bieten sich an, da sie entzündungshemmend sind.

Ist nach zwei bis drei Tagen keine deutliche Besserung eingetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn eine Allergie vorliegt

Circa 3 Prozent der Deutschen reagieren allergisch auf das Gift von Wespen und Bienen. Bei ihnen ist ein Stich nicht harmlos, sondern führt sehr schnell zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, großflächigen Hautreaktionen und Atemnot bis hin zu einem allergischen Schock.

Dieser anaphylaktische Schock kündigt sich mit Kribbeln oder Brennen in Mund und Rachen an, es kommt zu Herzrasen, Erbrechen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Da Atem- und Kreislaufstillstand drohen, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden.

Betroffene sollten stets ein Notfallset bei sich haben, in dem neben einem Antihistaminikum auch Cortison zum Einnehmen und eine Adrenalinspritze enthalten sind.

Gefährlich sind Wespenstiche auch ohne Allergie, wenn sie im Mund- und Rachenraum auftreten. Die Schleimhäute können sehr schnell und sehr stark anschwellen und die Atemwege verengen oder gar verschließen. Daher sollte auch in diesen Fällen ein Notarzt gerufen werden. Bis zu dessen Eintreffen die Halspartie von außen mit feuchten Tüchern kühlen – von innen mit dem Lutschen von Eis oder Eiswürfeln.