Akne Tarda – Pickel im reifen Alter

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Die Alters- oder Spätakne ist ein Phänomen, das vor allem Frauen betrifft. Zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr kommt es plötzlich wieder zu Mitessern und Pickeln – die sich insbesondere auf den Wangen zeigen. Anders als bei der Pubertätsakne sind es auch eher entzündliche Pickel als Mitesser.

Die Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt, aber vor allem Hormonschwankungen, Stress, eine falsche Pflege, Medikamente, Rauchen und die Ernährung werden für Akne Tarda verantwortlich gemacht.

Die hormonellen Veränderungen spielen hierbei eine große Rolle. Frauen, die ihre Periode bekommen oder die sich in den Wechseljahren befinden, leiden häufig unter den Symptomen. Hormonänderungen gibt es beispielsweise auch beim Absetzen der Antibabypille oder durch eine Schwangerschaft.

Auch Stress hat einen Einfluss auf den Hormonhaushalt. Unter Stress produziert der Körper spezielle Stresshormone, die zu einer Zunahme der Hornzellen- und Talgproduktion führen können. Kann der Talg nicht abfließen, entstehen Mitesser und entzündete Pickel, wenn sich Aknebakterien in dem überschüssigen Talg übermäßig vermehren.

Ursachenforschung ist schwierig

Zu den möglichen Ursachen einer Akne Tarda gehört auch die Ernährung. Experten gehen davon aus, dass Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index auch einen Einfluss auf die Haut haben. So wirke es sich auf die Talgdrüsenproduktion aus, wenn der Blutzuckerspiegel nach oben geht. Daher sollte man bei Lebensmitteln mit reichlich Zucker und Kohlenhydraten sowie gesättigten Fettsäuren eher maßvoll sein.

Auch Milchprodukte können unreine Haut verstärken. Die Proteine darin wirken entzündungsfördernd. Daher sollten insbesondere tierische Proteine nur in Maßen konsumiert werden. Pflanzliche Proteine sind offenbar kein Problem.

Ist die Darmflora im Ungleichgewicht, kann es ebenfalls zu Pickeln und Co. kommen. Die Darmflora wird beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika oder eine falsche Ernährung geschädigt. Da die Haut nicht nur Spiegel der Seele, sondern auch des gesamten Innenlebens ist, können sich Verdauungsstörungen im Gesicht zeigen.

Nicht zuletzt hat auch eine falsche Pflege Einfluss auf die Haut. Sehr reichhaltige Nacht- oder Anti-Age-Cremes können zu den Pickeln führen. Produkte mit hohem Fett- oder Ölanteil sind eher ungeeignet, da sie die Talgdrüsen verstopfen. Aber auch klassische Anti-Pickelmittel sind nicht unbedingt geeignet, da diese die Haut oftmals zu stark austrocknen. Die Folge: Die Talgdrüsen werden angeregt – der Talg kann durch die Verstopfung jedoch nicht abfließen.

Das kann man tun

Wichtig ist, die Ursachen der Akne Tarda abklären zu lassen. Dafür ist der Besuch beim Hautarzt sinnvoll. Dieser kann dann auch zu den entsprechenden Mitteln raten. Je nach Schweregrad der Akne Tarda sind Mittel wie Salicylsäure, Retinoide oder Azelainsäure angebracht.

Bei einer nicht-entzündlichen Akne helfen die regelmäßige Ausreinigung bei der Kosmetikerin sowie die Pflege mit einer sogenannten liposomalen Lotion für die angegriffene Haut. In mittelschweren Fällen, unter denen die meisten Frauen leiden, verschreibt der Hautarzt zusätzlich Azelainsäure – wahlweise als Creme oder fettfreies Gel. Außerdem können Cremes mit dem Vitamin-A-Säure-Abkömmling Retinoid zum Einsatz kommen, um die Hauterneuerung anzuregen.

Schwere Formen der Spätakne erfordern in aller Regel eine antibiotische Behandlung. So steckt das leichte Antibiotikum Benzoylperoxid in verschiedenen Cremes, die zur Anwendung kommen können.

Grundsätzlich gilt es, bei Pflegeprodukten intensiver auf die Inhaltsstoffe zu schauen. So sollten möglichst keine Parabene, PEG/PEG Derivate, Mineralöle oder Silikone enthalten sein.

Folgende Produkte sind für die Gesichtsreinigung empfehlenswert:

  • pH-neutraler Gesichtsreiniger
  • natürliches Peeling ohne Mikroplastik (natürliche Peelingkörper sind beispielsweise Walnussschalenpulver, Mandelschalenpulver oder Kaffeepulver)
  • Mittel gegen Pickel, die punktuell und gezielt aufgetragen werden.

Der Rat zum Schluss: So schwer es auch manchmal fallen mag: Hände weg von Pickeln. Der schnellste Weg, die Entzündung in das umliegende Gewebe zu verteilen und hässliche Pickelmale zu provozieren, führt über ausgequetschte Pickel.