Der März ist Darmkrebsmonat

Etwa jede achte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Das Kolonkarzinom umfasst Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon), des Enddarms (Mastdarm/Rektum) und des Darmausgangs (Anus). Fast zwei Drittel werden im Dickdarm entdeckt. Ein gesunder Lebensstil ist die beste Möglichkeit, Darmkrebs und auch anderen Krankheiten vorzubeugen.

Das Darmkrebsrisiko steigt mit den Lebensjahren – bei mehr als der Hälfte der Betroffenen wird Darmkrebs jenseits des 70. Lebensjahres diagnostiziert. Auch eine familiäre Veranlagung und schwere chronisch-entzündliche Darmkrankheiten erhöhen die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken.

Fast alle Darmkrebserkrankungen entstehen in einem schleichenden Prozess über Jahre hinweg. Gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen oder Adenome, können - wenn rechtzeitig erkannt - leicht operiert werden, damit ein Tumor erst gar nicht entsteht. Früh entdeckte Tumore sind zudem kleiner und können besser behandelt werden.

Rechtzeitig erkennen

Zur Früherkennung von Darmkrebs bieten die gesetzlichen Krankenkassen Frauen und Männern ab 50 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl an. Seit dem 1. April 2017 hat der immunologische Test (iFOBT) den bisherigen Guajaktest abgelöst. Der iFOBT weist Blut im Stuhl mit Hilfe von Antikörpern nach und ist dadurch weniger störanfällig. Zudem ist der immunologische Stuhltest empfindlicher und erkennt Darmkrebs sowie dessen Vorstufen zuverlässiger als das alte Testverfahren.

Ab 55 Jahren haben gesetzlich Versicherte in Deutschland Anspruch auf eine Darmspiegelung, die sogenannte Koloskopie. Eine Wiederholungskoloskopie kann bei unauffälligem Befund nach 10 Jahren erneut durchgeführt werden. Wer nicht zur Darmspiegelung gehen möchte, kann ab 55 Jahren alle zwei Jahre einen Stuhltest machen.

Aus Sicht der Deutschen Krebshilfe ist nach allen bisher vorliegenden Daten der Stuhlbluttest für Männer und Frauen ab 50 Jahren und die Darmspiegelung für Frauen und Männer ab 55 Jahren eine sinnvolle Maßnahme zur Darmkrebsfrüherkennung. Die möglichen Beeinträchtigungen durch eine Überdiagnostik oder Risiken schätzen die Experten der Deutschen Krebshilfe gegenüber den Vorteilen einer Früherkennung als gering ein.

Bei Frauen und Männern mit einer erblichen Belastung für Darmkrebs ist über das Angebot des Stuhlbluttests und der Darmspiegelung hinaus ein spezielles und engmaschigeres Früherkennungsprogramm sinnvoll. Risikopersonen können sich in einem der sechs Zentren "Erblicher Darmkrebs", die als Verbund von der Deutschen Krebshilfe initiiert und auf den Weg gebracht wurden, informieren und beraten lassen. Die Adressen der Zentren sind im Internet unter www.krebshilfe.de ersichtlich.

Die Präventionsbroschüren und -faltblätter der Deutschen Krebshilfe informieren über Chancen und Möglichkeiten einer gesunden Lebensweise und zeigen, wie leicht diese im Alltag umzusetzen ist. Darüber hinaus steht der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe, das Infonetz Krebs, Betroffenen, Angehörigen und Interessierten unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 80708877 für Fragen zur Verfügung.

Die Darmspiegelung

Quelle: Felix-Burda-Stiftung

Die effektivste und treffsicherste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Mit ihr können auch kleine Veränderungen der Darmschleimhaut sicher erkannt werden.

Dabei werden der komplette Dick- und Mastdarm auf Schleimhautveränderungen abgesucht. Währenddessen können auch Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden. Werden Darmpolypen entdeckt, können diese mit einer Schlinge endoskopisch entfernt werden.

Die Darmspiegelung wird heute nahezu ausschließlich ambulant durchgeführt. Für die etwa 20 Minuten dauernde Untersuchung kann der Patient eine Kurzschlaf- oder Beruhigungsspritze erhalten. Dieses ist keine Narkose, sondern man fällt in einen kurzen und leichten Schlaf - und spürt keine Schmerzen.

Zur Vorbereitung auf die Darmspiegelung müssen zwei Liter Spülflüssigkeit getrunken werden, damit der Darm gut gereinigt ist. Wie genau eine Darmspiegelung abläuft, zeigt diese pdf-Datei. Weitere hilfreiche Informationen finden sich auf den Internetseiten der Felix-Burda-Stiftung, der Stiftung LebensBlicke sowie auf www.darmkrebs.de.

Einen Überblick über die vielfältigen Aktionen im Darmkrebsmonat März gibt es hier.